Work & Travel Australien: Das Organisatorische vor der Reise

So fern mir im Frühling 2017 die Vorstellung war, ein halbes Jahr später in einer Schulung zum Beruf des Flugbegleiters zu sitzen, so fern war mir im Sommer 2022 die Vorstellung, ein Jahr später einen Blogeintrag aus Australien heraus zu schreiben und zu diesem Zeitpunkt bereits über fünf Monate nicht mehr auf dem europäischen Kontinent gewesen zu sein. Und dennoch saß ich im August 2023 bei Donnelly’s Lookout 220 Kilometer von Brisbane entfernt und erlebte im Kopf noch einmal die Anfänge dieser Reise, von der ich Dir in den folgenden Blogeinträgen erzählen werde.

Warum überhaupt?

Ich bin im letzten Blogeintrag bereits darauf eingegangen, wie ich überhaupt meinen Traumberuf als Flugbegleiter verloren habe und wie mich das ein wenig in ein kleines Loch geworfen hatte. Ich hatte zwar einige Ideen, in der Fliegerei zu bleiben, doch erschien mir für den Moment im Leben keine wirklich zufriedenstellend. Genauso wenig taten es Ideen, die mich in andere berufliche Richtungen verschlagen hätten. Da Franzi mit ihrer beruflichen Situation auch nicht wirklich glücklich war, saßen wir eines Spätsommerabends auf der Terrasse ihrer Eltern und evaluierten den zu diesem Zeitpunkt noch mehr als Schnapsidee im Kopf geisternden Gedanken, ein Work and Travel in Angriff zu nehmen und den europäischen Kontinent für eine Zeit lang zu verlassen.

Da alle hierfür notwendigen Visa eine Gültigkeit von einem Jahr hatten, wollten wir erstmal für ein Jahr verreisen, auch wenn wir uns mit der Zeit natürlich gleich Gedanken über einen längeren Aufenthalt machten – sei es mit einem Anschlussvisum im selben Land oder irgendwo anders auf der Welt. Da es in dieser Phase aber noch viele offene Fragen gab und wir allgemein nicht wussten, wie sich alles entwickeln wird, beschlossen wir, diese Gedankengänge fürs erste für uns zu behalten.

Somit ergab sich aus der beruflichen Ideenlosigkeit kombiniert mit dem ein wenig klischeehaften Lisa-Reisewillen die Idee, die Welt zu erkunden und dabei nicht nur das Geld dafür zu verdienen, sondern sich auch in verschiedenen beruflichen Richtungen zu versuchen, um vielleicht dabei auf etwas zu stoßen, was einen bei einer Wiederankunft Zuhause (was nicht zwangsweise Deutschland sein musste) für längere Zeit erfüllt. Abgerundet wurden diese Gedanken von der Vorstellung, diese Reise (geografisch wie auch seelisch) zusammen zu bestreiten, da wir im Sommer bereits die ersten Schritte in Richtung der Suche einer gemeinsamen Wohnung gemacht hatten.

Altes hinter sich lassen…

Nachdem ein sehr grober Plan beschlossene Sache war, machten wir uns an die Vorbereitungen für diese Reise. In meinem Falle bedeutete das insbesondere das Kündigen und Auflösen meiner Wohnung in Krefeld. Zum einen war mir diese zu teuer, wenn ich sie für einen undefinierten längeren Zeitraum nicht mehr nutzen würde. Zum anderen wollte ich mit dem Kapitel der letzten Jahre auch abschließen und hatte mittlerweile mehr Ansprüche an meinen Wohnort, als sie mir in Krefeld geboten wurden, wo ich 2018 lediglich hingezogen bin, weil die Miete dort vergleichsweise günstig und die Entfernung zum Düsseldorfer Flughafen relativ gering war.

Meine leere Wohnung...
Meine leere Wohnung...

Das Auflösen der Wohnung stellte sich über die Zeit für mich weit aus stressiger heraus, als ich es erwartet hatte. Während ich die Kündigung fristgerecht Ende November abgeschickt hatte, musste das Packen in vielen Teilen noch warten, weil ich bis zum Ende in der Wohnung gelebt hatte. So konnte ich erst Anfang Januar damit beginnen, nach und nach die ersten Sachen zu meinen Eltern nach Bonn zu bringen, wo ich sie glücklicherweise bei einer Nachbarin im Keller lagern konnte. Da ich zu dieser Zeit sowieso regelmäßig bei meinen Eltern war, füllte ich das Auto jedes Mal soweit es ging mit Kisten und anderem Zeug, die man so im Laufe seines Lebens ansammelt – und ich behaupte, das war bei mir noch relativ wenig.

Währenddessen kümmerte ich mich nebenbei auch um die bürokratischen Belange des „Umzuges“:

  • Ummeldung zu meinen Eltern
  • Ummeldung meines Minicampers, den ich behalten wollte
  • Abmeldung GEZ
  • Kündigung Strom und Internet
  • Kündigung Mobilfunk, bzw. Umzug der Handynummer zu einem Prepaid-Anbieter mit eSIM
  • Kündigung Fitnessstudio
  • Adressänderung bei allen Firmen, Versicherungen, Banken, etc.
  • Ummeldung meines Gewerbes und Umzug meiner Finanzdaten nach Bonn (das zog sich tatsächlich bis Ende Juli)
Meine erste Pflanze, der Basilikum Rüdiger, hat den Umzug überlebt und durfte bei meinen Eltern weiterleben...

Meine erste Pflanze, der Basilikum Rüdiger, hat den Umzug überlebt und durfte bei meinen Eltern weiterleben...

Als wäre das nicht genug, hatte ich im Januar noch ein IT-Projekt, welches mich gut einspannte, aber auch finanziell sehr hilfreich war. Da kam es mir sehr gelegen, dass mein Vermieter auf Nachmietersuche so rücksichtsvoll war und sich darum bemüht hatte jemanden zu finden, der meine Möbel übernahm. Denn diese wollte ich – abgesehen von meinem höhenverstellbaren Schreibtisch – nicht mitnehmen, da sie für mich als Teil des Kapitels in Krefeld ausgedient hatten und ich ganz abgesehen davon auch keine Muße hatte, diese beim Umzug auseinanderzunehmen und ebenfalls einzulagern.

…und auf Neues vorbereiten

Natürlich musste für eine solche Reise auch gepackt werden, schließlich lebte ab dem finalen Auszug aus einem oder zwei Gepäckstücken. Hierfür haben wir möglichst versucht, wenig neue Sachen zu kaufen und sie falls notwendig vor Ort zu erwerben, wenn sich eine längere Notwendigkeit ergab. Während Franzi bereits einen Backpack besaß und ihr technisches Equipment um eine kompaktere Spiegelreflexkamera ergänzte, gab es für mich zwei größere Anschaffungen: Ein Backpack, für den ich nach dem ein oder anderen Outdoor-Laden bei Decathlon fündig geworden bin, sowie ein neuer Laptop, da mein Dell XPS 13 aus dem Jahr 2015 langsam mehr als ausgedient hatte und ich unterwegs neben dem Arbeiten auch die Möglichkeit zum Spielen haben wollte – hier wurde es dann ein Asus ROG Zephyrus G14. Falls Dich interessiert, was sonst noch alles Teil meines Reisegepäck war, geht es hier entlang zu meiner Packliste.

Last but not least hatten wir zusammen mit den Gedanken zu der Reise, egal ob als Work & Travel oder Weltreise, die Idee, dies mithilfe von Social Media zu begleiten. Dazu hatten wir irgendwann noch vor New York einen Instagram-Account gestartet, der um einen Blog/Webseite und vielleicht einen YouTube-Kanal ergänzt werden sollte. Zum einen sollte das als Erinnerung für das Erlebte und zum Vernetzen mit anderen Reisenden dienen, aber natürlich hatten wir auch die Vorstellung, dass uns das „Influencer-Dasein“ langfristig ein bisschen was in die Reisekasse brachte. Franzi fand schon während der New York-Reise sehr viel Spaß am Stories aufnehmen, Reels schneiden und sich sonst wie kreativ auf dem Instagram-Kanal auslassen. Bei mir kam die Begeisterung dafür nie auf, was womöglich auch daran gelegen haben könnte, dass ich jetzt nicht unbedingt die „Kamera-Sau“ war. Aber auch der Stress vom Bespielen von zwei Accounts (ich hatte ja noch meinen eigenen und wollte doppelten Content vermeiden) sorgte mit der Zeit dafür, dass ich an Instagram für mehrere Monate allgemein sehr wenig Interesse hatte, die anderen eben genannten „Influencer-Richtungen“ nicht weiterverfolgte und auch den Blog hier sehr unmotiviert vor mir herschob (weshalb ich auch diesen Blogeintrag hier fast ein halbes Jahr später schreibe (und noch ein weiteres halbes Jahr später veröffentliche), was ich zumeist sehr schade finde, da ich mich dann an diverse Details wie auch erlebte Gefühle einfach nicht mehr erinnern kann).

All diese Organisationspunkte (in Verbindung mit den ganzen Reise-Dokumenten, auf die ich in den nächsten Abschnitten genauer eingehe) sorgten dafür, dass ich schon im Februar mit der Zeit die Energie und auch die Vorfreude auf die Reise verlor. Ich sehnte mich durch all den Stress, alles woran zu denken war und auch alles, was im Laufe des vorherigen Jahres passiert ist, nach Ruhe und Erholung, danach, sich zu sammeln und einfach mal tief durchzuatmen. Deswegen hatte ich zwischendurch damit geliebäugelt, vor dem Abflug noch irgendwo eine Woche Urlaub zu machen, in der Hoffnung, dass ich dort zur Ruhe kommen könnte und wieder mehr Freude an dem ganzen Vorhaben finden könnte. Doch das war zeitlich wie auch finanziell nicht so einfach, sodass am Ende nichts daraus geworden ist. (Da ich diesen Blogeintrag ja fünf Monate danach schreibe, weiß ich mittlerweile, dass mir eine Woche nicht mal im Ansatz gereicht hätte.)

Zeit für Bürokratie

Mit allen Kündigungsfristen und sonstigen organisatorischen Dingen im Kopf beschlossen wir den Abflug für Ende Februar anzuvisieren und buchten bereits Ende Oktober die Flugtickets. Mit HOP!, Air France und Qantas (alles Airlines übrigens, mit denen ich davor noch nie geflogen bin) ging es von Düsseldorf über Paris und Singapur nach Melbourne. Die Reisezeit betrug zwar bei dieser Verbindung insgesamt rund 37 Stunden, sie beinhaltete aber auch eine Verschnaufpause von zehn Stunden in Singapur, die wir für einen kurzen Ausflug in die Stadt nutzen wollten. Der Flugpreis lag bei 830 Euro pro Person und es war das erste Mal in meinem Leben, dass ich ein Langstrecken-Flugticket nur one-way gebucht hatte.

Auf Wiedersehen, Deutschland!

Das Visum

Neben dem Flugticket gab es aber natürlich noch mehr an Bürokratie, die in guter Vorbereitung für diese Reise zu erledigen war. Dazu gehörte selbstverständlich das eigentliche Work and Travel-Visum, welches offiziell im Fall der deutschen Staatsangehörigkeit die subclass 417 hatte. Es erlaubte ein Jahr lang, sich in Australien aufzuhalten und weitestgehend ohne Beschränkungen in dieser Zeit auch bezahlten Tätigkeiten nachzugehen. Lediglich die maximale Anstellungsdauer bei einem Arbeitgeber durfte 6 Monate nicht übersteigen.

Das Visum haben wir online beantragt und es kostete 635 australische Dollar, was in etwa 375 Euro entsprach. Bei der Beantragung waren einige Voraussetzungen zu erfüllen und es wurden einige Dokumente benötigt, das war alles aber mehr als überschaubar:

  • Alter zwischen 18 und 30 Jahren (bei deutschem Pass, sonst teilweise 35)
  • Noch nie ein Working Holiday Visa in Australien beantragt
  • Entsprechend gültigen Reisepass
  • Nachweis über $5.000 (ca. 3.000€) + genug Geld für die Ausreise (bei uns reichte hierfür ein Screenshot vom Kontostand mit Namen und Datum drauf)
  • Nicht von „abhängigen“ Kindern begleitet werden
  • Den australischen Werten zustimmen und sich auch daran halten

Wir hatten das Visum am 30.12. beantragt und es wurde uns wenige Minuten später genehmigt. Laut der Webseite konnte die Genehmigung bei manueller Prüfung einige Tage oder Wochen dauern. Mit der Genehmigung hatten wir dann ein Jahr Zeit für die Einreise, erst ab diesem Zeitpunkt begann das Jahr des Visums an sich. Während des Aufenthalts konnte man das Land zudem beliebig oft und unkompliziert verlassen, wobei das Jahr hierbei weiterzählte und nicht unterbrochen wurde.

Das Visum konnte darüber hinaus um ein zweites Jahr verlängert werden, wofür neben den weiterhin gültigen Voraussetzungen auch die unter Work & Travellern berühmt berüchtigten 88 days absolviert werden mussten (teilweise auch bekannt als 88 days as a slave). Hierbei handelte es sich um rund drei Monate Arbeit, die entweder auf Farmen, Minen oder im Tourismus & Hospitality-Bereich verbracht werden mussten, wobei hierfür nur geografische Regionen abseits der größeren Städte zählen – ergo es sich dabei primär um Jobs handelte, die man (insbesondere als Stadtmensch) vielleicht nicht unbedingt gerne machen würde.

Mit weiteren sechs Monaten Farmarbeit (oder anderen oben genannten Tätigkeiten) hätte sich auch ein drittes Jahr erarbeiten lassen. In beiden Fällen würde die Gebühr für das Visum nochmal fällig werden.

Krankenversicherung

Neben dem Visum das Zweitwichtigste war eine Krankenversicherung. Die deutsche Krankenversicherung deckt Auslandsreisen in der Regel nur in einem begrenzten Umfang ab (sowohl geografisch als auch zeitlich) und in keinem Falle Reisen, die nach Australien gehen. Auch eine gewöhnliche Reiseversicherung, die es teilweise schon ab 9 Euro pro Jahr gibt, kam hier nicht in Frage, da solche Versicherungen ebenfalls nur relativ kurze Zeiträume (meist bis zu 6 Wochen) abdecken. Eine Option wäre in der Situation noch eine Internationale Krankenversicherung, die sich aber primär an dauerhafte Auswanderer richtet und dementsprechend auch teuer ist.

Daher fiel die Wahl für uns zu diesem Zeitpunkt auf eine Langzeit-Auslandskrankenversicherung. Solche werden von verschiedenen Versicherern angeboten und eignen sich für Zeiträume von bis zu fünf Jahren mit einem Umfang, der die meisten insbesondere kostspieligeren Situationen abdeckt, beispielsweise Krankenhaus- oder Arztbesuche. Die Erstattungsbedingungen sind hier jedoch teils andere als bei der gesetzlichen Krankenversicherung in Deutschland: Bei einem Arztbesuch muss dieser zum Beispiel einen konkreten Befund diagnostizieren und festhalten, damit der Betrag erstattet werden kann. Zumindest hatte Franzi diese Erfahrung bei einem Augenarzt-Besuch.

Während die HanseMerkur wahrscheinlich zu den bekanntesten Anbietern gehört, haben wir uns für den Tarif Care College von CareConcept entschieden – Franzi in der Premium-Variante und ich in der Comfort-Variante. Ich blicke bei den Versicherungsbedingungen gerade aber nicht mehr ganz durch und kann mich nicht mehr daran erinnern, warum es zu den unterschiedlichen Tarifwahlen kam. Wäre meine Reise nach Australien noch weiter gegangen und länger geworden, würde ich mich mit diesem Thema noch einmal genauer befassen.

Denn als ehemals Angestellter wäre es für eine solche Reise möglich, die heimische Krankenversicherung ruhen zu lassen, wodurch da keine weiteren Kosten anfallen würden. Durch meine Selbständigkeit, die ich von Unterwegs (zumindest nebenbei) weitergeführt habe, ging das aber nicht – beziehungsweise stellte sich die Krankenkasse meiner freiwilligen Versicherung da lange Zeit quer, weil ich auch weiterhin noch in Deutschland gemeldet war.

Internationaler Führerschein

Da der deutsche Führerschein allein im internationalen Ausland nicht überall als Fahrerlaubnis anerkannt wird, ist auch die Beantragung eines unfassbar unhandlichen internationalen Führerscheins notwendig gewesen. Dies geschah bei der heimischen Führerscheinstelle oder online und kostete um die 15 Euro. Der internationale Führerschein ist dann drei Jahre lang gültig und erfordert zur Nutzung immer auch das Mitführen des deutschen Führerscheins, da es sich dabei nur um eine Übersetzung handelt.

Digitale Kopien und Bändigung des eigenen bürokratischen Chaos

Zusätzlich zu all den genannten organisatorischen Maßnahmen hatte ich noch zwei weitere Vorkehrungen getroffen, um im Notfall auch unkompliziert bürokratische Angelegenheiten aus der Entfernung klären zu können und für den Ernstfall abgesichert zu sein. Zum einen habe ich alle sehr wichtigen Dokumente eingescannt und in der Cloud gespeichert. Dazu gehörten insbesondere alle Pässe und Dokumente, die im Reisegepäck dabei sind (sogar bis zu meiner Lieblingsseite in meinem alten Reisepass, den ich nur wegen dem darin befindlichen US-Visum dabei habe), aber auch einige primär in Deutschland relevanten Dokumente, die ich zum Beispiel für die noch zu erledigende Steuererklärung des letzten Jahres brauchen würde.

Außerdem hatte ich beim „Umzug“ zu meinen Eltern ein wenig Ordnung in meine Bürokratie gebracht und alle Akten und Zettel in Kategorien eingeteilt, die wiederum in zwei mit Farbtrennern sortierten Ordnern abgeheftet wurden (davor hatte das alles auch durchaus seine Ordnung, aber nur für meinen Kopf 😀 ). Die Farben und ihre Zuordnung hatte ich mir im Anschluss in einem Dokument in der Cloud aufgeschrieben, sodass ich meine Eltern relativ einfach zu bestimmten Unterlagen „hinnavigieren“ konnte, ohne dass sie alle Sachen durchsuchen mussten. Das hatte sich das ein oder andere Mal als hilfreich bewiesen.

Impfungen

In Sachen Reisehinweise und -impfungen finde ich grundsätzlich das Auswärtige Amt als erste Anlaufstelle immer super praktisch, auch wenn man beim Lesen der Sicherheitshinweise manchmal den Eindruck bekommt, man würde sowieso sterben, wenn man seine Unterkunft verlässt – wahlweise aufgrund von Kriminellen oder durch das Aufschnappen einer Krankheit. Um dem Vorzubeugen, gibt es auf der Webseite entsprechende Empfehlungen, was bei Australien neben dem grundlegenden Schutz die Impfungen gegen Hepatitis A, Hepatitis B, Japanische Enzephalitis und Dengue-Fieber sind.

Die ersten drei hatte mir meine Hausärztin bei einem Beratungstermin nahe gelegt, wobei ich diesen „erst“ Ende November hatte, also drei Monate vor Abflug. Mit dem Abstand der Hepatitis-Impfungen entschieden wir, die Japanische Enzephalitis fürs erste zu vertagen.

Die beiden Impfungen gegen Hepatitis (eine gegen A und eine gegen A und B) erfolgten in einem Abstand von etwas über zwei Monaten und hatten kaum Nebenwirkungen. Kostentechnisch schlugen die Impfstoffe mit fast 150 Euro nieder, was aber von meiner Krankenkasse erstattet wurde.

Dokumente vor Ort

Während die meiste Vorarbeit zu Hause zu erledigen war, gab es einige wenige Sachen, die erst vor Ort erledigt werden konnten. Für Australien waren das die folgenden drei Dinge:

Tax File Number

Die Tax File Number (kurz TFN) ist die Steuernummer, die in Australien fürs Arbeiten und die steuerliche Abrechnung der Einnahmen benötigt wurde. Ähnlich wie in Deutschland musste man diese einmal beantragen und sie ist ein Leben lang gültig. Auch diese haben wir online beantragt, das Dokument mit der Nummer wurde uns nach ein bis zwei Wochen per Post an die angegebene Adresse verschickt. Da hierbei auch die Visa-Nummer angeben werden musste, war es wichtig, dafür bereits in Australien zu sein.

Die Steuerlast in Australien betrug für einen Work & Traveller übrigens 15% bis zu einem Einkommen von $45.000 pro Steuerjahr (1. Juli bis 30. Juni), bis $120.000 werden dann 32,5% fällig.

Bankkonto

Um die Vergütung der Arbeit zu erhalten, haben wir uns auch ein lokales Bankkonto zugelegt, da es SEPA-Überweisungen und IBAN-Nummern bisher noch nicht bis nach Australien geschafft haben (und die Gebühren ansonsten sicher sehr hoch wären). Zu den drei großen australischen Banken gehören Westpac, National Australia Bank (NAB) und die Commonwealth Bank. Alle boten ein für Work & Traveller kostenfreies Konto an, welches bis zum 30. Lebensjahr auch kostenlos bliebe (was für die meisten deutschen Backpacker ausreichen sollte). Die NAB erhob auf ihren NAB Classic Banking Account gar keine Gebühren. Die Banken unterschieden sich im Grunde ansonsten im Detail in ihren Konditionen und in der Verbreitung von erreichbarer Geldautomaten gerade abseits der Städte, wobei man in der Regel überall irgendwo einen ATM finden konnte. Wir haben uns am Ende durch eine Bauchgefühl-Entscheidung für den Westpac Choice Account entschieden, den wir vor Ort in Melbourne beantragt hatten – auch, wenn das auch schon vor der Einreise online möglich gewesen wäre. Zum Abschluss der Beantragung hätte man aber dennoch in eine Filiale gemusst. Die dazugehörige Visa Debit Card wurde uns per Post zugeschickt, was es für die ersten Wochen in Australien von Vorteil machte, an einem festen Ort zu sein, bis man alle nötigen Dokumente eingesammelt hat. Im Notfall wäre auch eine Abholung in einer Filiale möglich gewesen. Insgesamt ist Australien was das Thema Meldeadresse angeht, deutlich entspannter als Deutschland. Für keinen der genannten Vorgänge mussten wir uns irgendwo wirklich anmelden und es wurde auch nicht überprüft, ob wir wirklich an der angegebenen Adresse gelebt haben.

Wo es gerade ums finanzielle geht, hatte ich einige Male die Situation, dass ich auf meinem australischen Konto mehr Geld benötigt habe, als ich bis zu diesem Zeitpunkt verdient hatte. Hierbei hat mir Wise sehr geholfen, worüber eine Überweisung von einem deutschen auf ein australisches Konto sehr unkompliziert und schnell vonstatten ging.

Superannuation

Last but not least benötigten wir fürs Arbeiten in Australien noch einen Superannuation-Account, kurz oft Super genannt, wobei es sich um die australische Form der Rente handelt. Zu dem bei einer Stellenausschreibung angegebenen Stundenlohn gehörten nämlich zusätzlich noch 11% an Rente zugerechnet (seit Juli 2023, davor 10,5%), die der Arbeitgeber auf das Super-Konto einzahlte, wo es vom Betreiber des Kontos zu verschieden sicheren Methoden angelegt wird und nach der Arbeitszeit zum Bestreiten des Lebens dient. Für uns als Work & Traveller war das ganze Thema nicht wirklich interessant, außer man schaffte es mit den Jahren, ein Permanent Resident zu werden, indem man nach Australien auswandert. Ansonsten konnte man beim endgültigen Verlassen des Landes den gesammelten Betrag von dem Super-Konto auszahlen lassen, wobei dieser dabei mit stolzen 65% versteuert wird – viel bleibt da am Ende also nicht übrig, aber auch Kleinvieh macht bekanntlich Mist.

Auf manchen Webseiten hatten wir gelesen, dass auch der Arbeitgeber in der Lage ist, dem Arbeitnehmer ein Super-Konto anzulegen, weshalb wir uns zunächst nicht darum gekümmert hatten. Mit dem ersten Arbeitgeber hat sich aber herausgestellt, dass diese Info wohl nicht so ganz richtig ist, sodass wir uns erst während unseres ersten Jobs um das Konto gekümmert hatten, welches wir bei AustralianSuper eröffnet hatten (wir hatten uns für den Anbieter entschieden, weil der am Ende sehr oft positiv im Internet erwähnt wurde und das Thema ja für uns als Work & Traveller nicht wirklich von Bedeutung war). Das war kein Beinbruch, aber hätte natürlich vorher schon erledigt sein können.

Ready for Departure!

All den Papierkram erledigt, Behördengänge absolviert, Wohnung geleert und Flüge gebucht konnte es Ende Februar dann auch endlich losgehen. Wir verbrachten noch das Wochenende um den Geburtstag meiner Mutter in Bonn, ehe es von Franzis Zuhause zwei Tage später am Nachmittag zum Düsseldorfer Flughafen ging…

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