Caddy goes Camper – Bonus: Einen Camper ausbauen aus Beifahrersitz-Perspektive

Während meines Camper-Ausbaus im vergangenen Jahr 2020 hat mir Melina an vielen Stellen geholfen, des Öfteren aber auch nur auf dem Beifahrersitz meinem Treiben an Auto, Elektronik und Möbeln zugeschaut. In diesem kleinen Bonuskapitel geht es daher ein wenig um ihre Perspektive und wie sie das Chaos in meinem Kopf während der Monate miterlebt hat. Ich habe mir die Freiheit und den Spaß genommen, ihre Zusammenschrift in Lehrer-rot an einigen Stellen zu korrigieren 😀

Noch leiste ich Überzeugungsarbeit, aber wenn ich fertig mit schreiben bin, ist auch Sebastian davon überzeugt, dass es eine gute Idee ist, dass ich von seinem Camper-Ausbau berichte. Nachfolgend gibt es also die #CaddygoesCamper-Odyssee in der Erzählperspektive „Beifahrersitz“. Außerdem erzähle ich hoffentlich in chronologischerer Reihenfolge als Sebastian, denn seine Reihenfolge ist doof, habe ich beschlossen.
Anfangen hat das Theater nämlich schon 2019. Der Herr brauchte ein neues Auto und es musste ein orangenes Auto sein und ein VW, aber vielleicht auch kein VW, sondern so ein Auto wie Rene [Kreher] es fährt oder doch ein VW? Jedenfalls orange. Das war wirklich wichtig. Das Auto der Wahl gab es aber nur in Ausführungen, die den Ansprüchen nicht genügten. Es gab sogar den Punkt an dem das Auto der Wahl nicht mehr orange sein musste. So geschah es, dass erst 2020 der Caddy (sogar in orange!) und Sebastian zusammen fanden.
Da mein erstes Auto, seinerzeit VW Polo Baujahr 1996, im Frühjahr 2019 kein TÜV mehr bekam, beziehungsweise es das Geld nicht mehr wert war, musste ein neues Auto her. Damals hatte ich auf Basis solcher Videos noch vor, den dann erworbenen orangenen Polo Baujahr 2006 zum Micro-Camper auszubauen, woraus dann aber nichts geworden ist, sondern ein Jahr später stattdessen der Caddy in meinen Besitz kam.

Aller Anfang ist schwer…

Zeitgefühl und ich, wir sind keine Freunde, also wird auch dieser Erzählung ab jetzt auch an Zeitgefühl fehlen. Sorry, not sorry. Auf jeden Fall irgendwann zwischen März und Mai fing der Ausbau dann an. Aus Erzählungen und Blogeinträgen weiß ich, dass die Sitze groß und schwer sind und es sehr anstrengend war, diese im Keller unterzubringen, aber da war ich glücklicherweise nicht dabei. Das muss nämlich eine Scheißarbeit gewesen sein über die auch Wochen später noch geschimpft wurde. Irgendwo und irgendwann musste dann auch die Bodenplatte, die ebenfalls suuuuuper schwer war (ist sie wirklich) zugeschnitten und in der Mitte geteilt werden, damit Sebastian das Ding auch alleine bewegen kann.
Ich habe gerade in meiner Instagramstory nachgeschaut und der Ausbau muss im April gestartet sein, weil wir da Eis gegessen haben als Belohnung dafür die Radkästen mit dickem, schwarzen Schaumstoff verkleidet zu haben. Entweder dieser Schaumstoff diente der Isolierung gegen Kälte oder ist dazu gedacht, den Lärmpegel des Autos während der Fahrt außerhalb des Autos zu halten, vielleicht aber auch beides. So sicher bin ich mir da nicht.
Diesen Schaumstoff haben wir auch unter die Decke des Autos geklebt. Dafür musste die Dachpappe(?) abgemacht, mit stinkigem Aceton alles sauber geputzt und kopfüber gearbeitet werden. Zum Glück war der Mist selbstklebend. Du merkst, ich setze meine Prioritäten anders als Sebastian? Befahrersitzperspektive eben. Übrigens reagiert dieser Schaumstoff ganz komisch mit Sekundenkleber, der wird richtig heiß, blubbert fast und schmilzt. Sah später ganz lustig aus.
Der dicke, schwarze Schaumstoff nennt sich Armaflex und dient im Kern sowohl der Kälte- als auch Lärmisolierung, wobei erstere bei den Fensterflächen des Caddy allerhöchstens ein wenig im Sommer bringen mag. Und die Dachpappe ist tatsächlich Holz, aber spaßig war das ganze wirklich nur bedingt, weil man nicht sitzen und nicht stehen konnte, sondern hocken musste, um an die Decke zu kommen.

Als nächstes sind wir nach Bielefeld gefahren, weil es Probleme mit dem Lenkrad gab, das Sebastian irgendwann vor meinem Besuch eingebaut hat. So wirklich weiß ich nichts zum Lenkrad, aber es hat wohl technische Spielereien samt Tasten und ich weiß auch nicht was die in dieser wirklich coolen Werkstatt gemacht haben, aber es hat funktioniert. Sebastian scheint zumindest immer noch zufrieden mit dem Ergebnis zu sein. (Ich mag das Lenkrad auch, aber ich bin auch erst einmal überhaupt richtig mit dem Auto gefahren und brauche die ganzen Spielereien nicht.)
Dazu verweise ich auf das Thema Multifunktionslenkrad, dem ich einen ganzen Blogeintrag gewidmet habe. In erster Linie kann ich damit den Tempomat deutlich komfortabler bedienen und auch das Radio übers Lenkrad steuern.

Der Sternenhimmel

Da ich die Reihenfolge nicht mehr weiß, lege ich jetzt fest, dass irgendwann recht zu Anfang auch die Batterie eingebaut wurde und irgendwie auch noch nicht. Alles was zu der Batterie gehört (auch ein „Booster“, ein Schalter und eine Sicherung), wurde auf einem Reststück der Bodenplatte montiert. Die ist mittlerweile (nicht von Anfang an) auch mit Klebeband hinter dem Fahrersitz unter der Bodenplatte festgeklebt. Verkabelung gab es zu dem Zeitpunkt noch nicht … glaube ich.
Nach dem Ankleben des Schaumstoffes ging es, zumindest laut meiner Erinnerung, ans Filzen. Eine beschissene Arbeit ist das. Zumindest wenn man nur Frau Wichtig (das bin ich!) ist und assistiert. Das heißt nämlich das doofe Filz so lange hochhalten, wie Sebastian braucht es festzukleben …sehr, sehr lange [EH!]. Da wo das Filz einmal den Sprühkleber berührt, sind die beiden untrennbar verbunden, was schlecht ist, wenn man den Anspruch hat, faltenfrei zu arbeiten.
Bevor es nun darum ging sich näher mit der „Inneneinrichtung“ des Campers zu befassen, hatte Sebastian eine verdammt coole, aber auch – arbeitstechnisch – nervige Idee. Denn obwohl der Herr ja im Auto schlafen will, kam die Vorstellung auf, nicht auf den Flair des „draußen Schlafens“ verzichten zu wollen. Nun hat der Caddy aber weder Schiebe- noch Glasdach also musste irgendwie anders ein Sternenhimmel ins Auto. Klingt erstmal voll komisch, oder?

Für diesen Sternenhimmel stand unter anderem auch aufmalen samt Nachmales echter Sternkonstellationen auf dem Plan. Allerdings ist Sebastians Perfektionismus dafür zu gigantisch; das fiel also flach… Plötzlich hatte er dann eine YouTube-Anleitung für ein Glasfaserkit aus dem Hut gezaubert; schöne Scheiße war das. Das Schlimmste an dem Ganzen war, dass die Glasfaser-Fäden einfach bis zum Ende immer im Weg hingen, weil die endgültige Länge erst durch einen Einbau im Auto bestimmt werden konnte. Stell Dir das einfach vor, wie ganz lange, nervige, harte und pieksige Haare, die Du nicht aus dem Gesicht wischen kannst, weil Du zum einen in den Haaren drin stehst und zum anderen keine Hand frei hast, weil Du das Pappstück über Deinem Kopf festhalten musst. Aber das Ergebnis hat sich gelohnt, der Himmel ist mega schön.
Hier stimmt die Reihenfolge nicht ganz. Ich wollte nie Sternkonstellationen auf den Himmel malen, weil das nicht hätte gut aussehen können (und man es bei Nacht ja eh nicht gesehen hätte außer vielleicht mit fluoreszierender Farbe). Ich hatte am Anfang überlegt, die Sterne des Glasfaserkits nach echten Sternkonstellationen anzuordnen, habe dann aber aufgrund meines beschränkten Astronomie-Wissens darauf verzichtet.

Pfusch am Möbelbau

Die nächste Etappe in meiner Erinnerung ist die Kabelverlegung von Autobatterie zur neuen Batterie im Auto unter dem Fahrersitz, allerdings gab es zu diesem Zeitpunkt in meiner Erinnerung schon die Grundgerüste der Möbel also muss der Bau dieser der nächste Punkt meiner Erzählung sein.
Also die Kisten. Das war schwierig. Die wurden gebaut aus „Bauklötzen“, so habe ich die Hölzer getauft. Die Bauklötze von Sitz- und Schlafkiste haben eine quadratische Grundfläche von um die 4 x 4 cm und haben mich aufgrund ihrer Form eben an Holz-Bauklötze meiner Kindheit erinnert und heißen deshalb so. Die ersten Bauklötze hat der Herr mit seiner Stichsäge gesägt („Bei René sind die auch gerade geworden!“ – Spoiler: Äh, nein. Fällt in den YouTube-Videos nur nicht sooo auf.) und versucht den Pfusch am Bau mit Zweikomponenten Epoxid-Kleber zu reparieren [was die Idee von „Frau Wichtig“ war! 😛 ]. Mit der Stichsäge kann man nämlich die vollen vier Zentimeter nicht gerade nach unten schneiden. Um das zu akzeptieren wurde aber ein voller 2m Bauklotz verheizt. Falls Du Dich gefragt hast, wo man all diese Sägerei am besten erledigt um möglichst wenig Dreck zu haben, dann lass mich Dir sagen, der Küchenfußboden ist nicht der richtige Ort.
Fairerweise muss man dazu sagen, dass die Möbel bei Rene nicht aus so einer großen Bauklotzkonstruktion bestehen, sondern nur aus „Pfeilern“, die nach unten gehen und an denen die Seitenteile befestigt sind. Für mich erschien das – insbesondere, wenn man zu zweit darauf schlafen möchte – aber irgendwie nicht ganz so stabil.

Die gemietete Kreissäge hat sehr viel Spaß gemacht

Scheinbar mochte unser Protagonist den Epoxid-Kleber, samt schiefer Stichsägenschnitte, aber nicht allzu sehr, deshalb wurde für das weitere Vorgehen eine Kreissäge ausgeliehen um vernünftige Ergebnisse zu erzielen.
Meine Aufgaben an dieser Stelle bestanden aus festhalten von Zugeschnittenem und Verstehen der Maße („Höhe: X cm plus Holz“). Vielleicht kann Sebastian an dieser Stelle ja ein Foto des sehr abenteuerlichen Sägeaufbaus einfügen, aber ich weiß nicht, ob er so ein Foto hat. Noch eine sehr wichtige Frage kann ich durch diesen Tag nun auch beantworten. Wie weit fliegen Sägespäne in einer Küche, wenn man an die Kreissäge keinen Sauger anhängt? Sehr weit, überall hin; fast so schlimm wie Glitzer, nur dass wir es tatsächlich geschafft haben, dass schon am nächsten Tag nichts mehr an Spänen zu finden war.

Kabel und Löcher am Auto

Wie bereits erwähnt, folgte darauf die Verlegung der Kabel. Davon weiß ich nicht allzu viel, weil ich auf dem Beifahrersitz gesessen und gelesen habe; aber das, was ich weiß, ist, dass Sebastian viel geflucht hat. Soweit ich alles verstanden habe, war die Arbeit an sich nicht schwer, aber wohl sehr umständlich. Irgendwo vom Motorraum aus führen seit diesem Tag nämlich ein paar Kabel unter der Verkleidung neben den Pedalen, der Fahrertür, unter dem Anschnallgurt und der Fußraumverkleidung hinter dem Sitz bis zum zweiten Gurt auf dieser Seite. Auch wenn Sebastian mittlerweile ganz großkotzig erzählt, er könne besagte Verkleidungen im Schlaf aus- und einbauen, war der erste Ausbau gespickt von hin- und herrennen, meckern und viel Geschnaufe. Ich würde sagen, dass das alles, nur keinen Spaß gemacht hat. An dem Tag der Verkabelung existierten – wie schon erwähnt – die Grundgerüste von Schlaf- und Sitzkiste. Für mich viel relevanter war an diesem Tag allerdings, dass die Schrauben mit denen die Scharniere der Platten, die die Schlaffläche bilden, zu lang waren. Zu lang bedeutet, dass sie gekürzt werden mussten. Ich würde sagen, die spitzen Enden der Schrauben wurden abgeflext, aber das Instrument der Wahl war viel kleiner, leiser und handlicher als eine Flex. Da ich nicht weiß, was das für ein Dings war, nenne ich es Flex [Es war ein Dremel].
Da Sebastian nunmal ein Normalsterblicher mit nur zwei Armen und Händen ist, habe ich die Holzplatten festgehalten und er hat geflext. Egal wie wir uns gedreht und gewendet haben, einer hat immer ein paar Funken abbekommen. Die Funken haben nicht wehgetan, waren nicht heiß und eigentlich kein Problem, aber ich Schisser hatte trotzdem Angst davor, aber ich lebe noch, alles halb so schlimm gewesen.
Der nächste Arbeitsschritt war das verlegen von PVC auf die Bodenplatte. Hierbei war der schwierigste Teil, dass sich Sebastian für eine Farbe/ein Muster entscheiden musste, welches er im Auto haben will. Das Kleben an sich an funktioniert dank doppelseitigem Klebeband ganz wunderbar.

Um sich in dem Auto länger aufzuhalten, ist es sinnvoll sich auch mal waschen zu können oder benutztes Geschirr spülen zu können, wofür es entweder eine Auffangmöglichkeit oder einen Abfluss braucht; aus Platzgründen wurde es ein Abfluss. Dafür haben wir einen Freund von Sebastian besucht, der uns die Möglichkeit gegeben hat, eine Autohebebühne zu nutzen. Ich glaube, dieser Freund hat an dem Tag auch das Werkzeug zur Verfügung gestellt. Aber zu den Dingen, die Sebastian an dem Tag gemacht hat, kann ich nicht so viel sagen, da ich erst mit lesen und Switch spielen und Fotos von Sebastian machen beschäftigt war und danach unter Anleitung von besagtem Freund bei einem anderen Auto Ölwechsel gemacht und einen Pollenfilter getauscht habe. Ich war also sehr gut beschäftigt, leider ohne sagen zu können, was Sebastian gemacht hat, aber ich kann auch nicht mehr wirklich sagen, wie Ölwechsel und Pollenfilter tauschen funktioniert; erst standen wir unter dem Auto und haben Öl abgelassen, danach vor dem Auto und haben Öl nachgefüllt und irgendwo unter der Windschutzscheibe habe ich den alten gegen einen neuen Filter getauscht.

Feinarbeiten an den Möbeln

Der nächste Arbeitsschritt bestand eigentlich aus mehreren. Kein Plan warum, aber es war quasi obligatorisch, dass das Holz der Möbel geölt werden muss. Das haben wir bei meinen Eltern im Keller gemacht. Mittlerweile riecht es dort immerhin auch nicht mehr nach dem Öl.
Das Holz musste geölt werden, damit es sich nicht so sehr verzieht und auch kein Wasser aufnehmen kann, insbesondere bei der Küche. Außerdem roch das Öl eigentlich echt schön und hat mich an Leinsamen und die asiatische Küche erinnert…
Wenn mich meine Erinnerung nicht trügt, dann waren zu dem Zeitpunkt die Schlaf- und Sitzkiste bautechnisch schon fertig und mussten nur geölt werden. Dafür mussten die Konstruktionen erst abgeschliffen werden, dann einmal geölt und knapp einen Tag später nochmal geölt werden. Danach hat eine der Kisten, keine Ahnung mehr welche, eine Verkleidung aus PVC bekommen, welche Sebastian – glaube ich – unter zu Hilfenahme einer Heißklebepistole festgeklebt hat, selbiges geschah mit L-förmigen Metallleisten. An dieser Stelle möchte ich betonen, dass ich der Heißklebe-Pistole skeptisch gegenüberstehe (merken!).
Dem aufmerksamen Leser wird aufgefallen sein, dass es in dieser Zeit viel Leerlauf gegeben haben muss. Diesen Leerlauf haben wir unter anderem im Pool verbraucht, denn im Juni/Juli war es einfach eeeeecht warm, die restliche Zeit hat der Hobby-Handwerker die Küche finalisiert; das heißt Schublade, Wassertankklappe und so weiter anbringen. Da war dann erstmal Pause und in meinem Kopf gibt es einen Zeitsprung.

Plötzlich sind wir wieder in Krefeld, ich habe absolut keine Ahnung was in der Zwischenzeit passiert ist [Nichts]. Sebastian hat sich damit beschäftigt, die richtige Matratze für sein Auto zu finden. Es erwies sich, dass eine Bestellung im Internet eher schwierig ist, da wir beide uns nicht qualifiziert genug gefühlt haben, um aus der Entfernung beurteilen zu können, was die richtige Matratze ist.
Während Sebastian recherchiert und Mails geschrieben hat, habe ich kurzer Hand bei einem Schaumstoff-/Polsterladen angerufen, die uns baten einfach vorbei zu kommen. Der Mann mit dem wir vor Ort zu tun hatten, erschien mir äußerst sympathisch, aber auch unglaublich chaotisch, was sich in dem Geschäft widergespiegelt hat. Jedenfalls hat sich Sebastian dort dann für Polster entschieden und konnte die ein paar Tage später auch gleich abholen.
Nicht lange später waren wir auch bei einem netten Stoffladen um den Stoff für die Polster auszusuchen. Nachdem das erledigt war, hab ich einige Zeit zuhause verbracht und Sebastian war bei seinen Eltern um sich die Nähmaschine zu erschnorren. Damit hat er in dieser Zeit sowohl Bezüge als auch Vorhänge genäht. Soweit ich mich erinnere, dürfte allerdings seine Körperhaltung an diesen Tagen sehr gelitten haben, da er immer mal wieder über Rückenschmerzen geklagt hat; außerdem hat er zwischenzeitlich die „Dachverlängerung“ angebaut. Übrigens finde ich den Namen echt doof, weil der bei mir die Assoziation eines Vordachs hervorruft, aber mir fällt auch keine andere Bezeichnung ein [Was mir bis zu diesem Blogeintrag gar nicht bewusst war, aber „Dachfachverlängerung“ klingt halt bescheuert].

Schmerz lass nach…

Dann ist Sebastian wieder zu mir gefahren um die Küchenzeile zu Ende zu bauen. „Zu Ende“ heißt in dem Fall, Holz abschleifen und ölen, die Spüle und den Wasserhahn einbauen, PVC und Metallleisten abkleben. Ich hatte ja bereits erwähnt, wie der Protagonist PVC und Leiste angebracht hat. Er hat im Zuge dessen auch gelernt, dass Heßkleber heiß ist; verdammt heiß. Der Kellerraum, in dem wir uns aufgehalten haben, ist nicht sonderlich groß, Sebastian ist faul und wenn ihn erstmal der Arbeitseifer gepackt hat, dann ist auch kein Raum für Input da. Also blieb die Küchenkonstruktion mitten im engen Raum stehen und statt sie wenigstens zu drehen um besser daran zu kommen, wo gerade geklebt wurde, ist der Herr Handwerker lieber um das ganze Bauwerk drumrum gelaufen; in Flip-Flops übrigens.

Wie es dazu kam, dass der Bau für einen Tag pausiert werden musste und ich mich am Daumen ordentlich verbrannt hatte...

Das Prozedere, welches zum Lerneffekt [na ja…] geführt hat, war also folgendes:
Rechts von der Küche stehend auf den PVC den Kleber auftragen, im Laufschritt auf die linke Seite flitzen, hinhocken und PVC andrücken. Im Prozess des Hinhockens ist Sebastian nun irgendwie gestolpert, auf den Hintern gefallen, dabei das PVC losgelassen und wieder aufgefangen; mit den Fingern mitten in den heißen Heißkleber rein. Das gab echt unschöne Brandblasen und miese Laune, aber sah wesentlich lustiger aus als es ist. So miese Laune, dass der nächste Arbeitstag daraus bestand, dass Sebastian den Tag alleine im Keller verbringen wollte. Ende der Geschichte ist, dass er mit Brandblasen und Handschuhen und dann doch mächtig stolz die Küche vollendet hat.
Als die Küche so weit fertig war, wurde alles wieder in Auto eingebaut und um die Überlegungen zur Befestigung des Wassertanks zu vollenden mussten wir nochmal zum Baummarkt. Die benötigten Materialien gekauft und Wassertank eingebaut; um den Kühlschrank zu befestigen hatte mein Vater die Idee gigantröse Winkel zu nutzen, welche er zufälliger Weise im Keller hatte und so war dann alles befestigt.
Zum Abschluss musste noch was an der Verkabelung vollendet werden und die magnetische Vorhangbefestigung umgesetzt werden, damit auch alles schön blickdicht ist.
Damit war das Abenteuer #CaddygoesCamper beendet.

Aus Beifahrersitz-Perspektive konnte man meiner "Gymnastik" super zuschauen; hier beim Kürzen des Abflussrohres unter dem Auto

Ich bin so unglaublich stolz auf alles, was Sebastian da gemacht hat. Da steckt so viel Arbeit und Liebe, so viel Schweiß und auch ein bisschen Blut drin und ist so, so großartig geworden. Das allermeiste hat Sebastian ganz alleine gemacht, hat sich alleine angeeignet und hat sich, wenn er Hilfe wollte oder brauchte als unglaublich geduldig erwiesen. An dem Mann ist sowohl ein Schreiner als auch ein Lehrer verloren gegangen. Danke, dass ich Teil dieses Projektes sein durfte ♥

PS: Zu meinem Geburtstag haben wir dann auch gleich gemeinsam einen Ausflug in die Niederlande gemacht, aber ich denke dazu wird Sebastian selbst etwas erzählen.
Genau, im voraussichtlich übernächsten Blogeintrag 🙂

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