Mein Weg zum Flugbegleiter: Das zweite Assessment-Center

Nachdem es bei der Lufthansa leider nicht geklappt hatte, erforschte ich die Stellenangebote der anderen deutschsprachigen Fluggesellschaften und wurde in diesem Rahmen zum Assessment-Center-Tag von Eurowings Europe in Wien eingeladen. Die Hürde zur Einladung war im Kern genauso „hoch“ wie bei der Lufthansa, es gab lediglich keinen Online-Test, sondern man musste einen Nachweis über die Englisch-Kenntnisse mit dem Mindestlevel B2 senden, wobei ein einfacher Einsteiger-Online-Test bei einer Sprachschule dafür reichte.

Die Anreise

Im Gegensatz zur Lufthansa hat Eurowings keinerlei Reisekosten erstattet und da ich auch von Schwäbisch Gmünd nicht einfach mal so nach Wien fahren kann, habe ich mich letztendlich fürs Auto mit Mitfahrgelegenheiten sowie eine Unterkunft via AirBnb entschieden, sodass ich hier insgesamt auf Gesamtkosten von etwa 50€ plus Verpflegung kam, weil das Auto trotz Fahrt während der Woche so voll war, dass zwischen Wels und Linz mit Fahrer sogar fünf Leute drin saßen – ein Rekord. Dieser sorgte aufgrund der kleinen Überschneidung der Passagiere kombiniert mit dem schlechten Wetter und unzuverlässigen Personen jedoch für einige 3 Sterne-Bewertungen auf BlaBlaCar… 🙁

Am Dienstag Abend hatte ich nach der Ankunft in der österreichischen Hauptstadt noch zwei Ziele: Da es in der Umgebung Stuttgart keinen vernünftigen polnischen Laden gibt, wollte ich in Favoriten in den dortigen hin, weil mir langsam meine Lieblings-Margarine ausging. Außerdem nutzte ich die Gelegenheit, um mich mit Larissa zu treffen, die ich bei meinem Aufenthalt in Wien letztes Jahr kennengelernt hatte und die am Ende der Woche eh in Stuttgart sein würde, wo wir ebenso ein Treffen geplant hatten.
Zunächst verschlug es uns in Wien aber in die Pizzeria Pizza Mari an der Taborstraße, weil sie auf TripAdvisor ganz gute Bewertungen hatte und nicht so teuer war. Als Kurzfazit lässt sich sagen: Die Bewertungen sind nicht zu unrecht. Die Pizza hat wirklich megagut geschmeckt, auch wenn wir sie beide nur zur Hälfte aufgegessen hatten (aber so hatte ich wenigstens ein Frühstück) und war dabei nicht überteuert (glaub Margarita ab 6,90 oder so) – auf jeden Fall eine Empfehlung wert, auch wenn die Inneneinrichtung des Lokals etwas karg und leer wirkte, aber das hatte Larissa mehr gestört als mich 😀 Man kann sich bei schönem Wetter zudem auch draußen hinsetzen.

Am Mittwoch klingelte der Wecker dann um 7 Uhr, denn ich wollte um acht den Bus nehmen (die Unterkunft war im 23. Bezirk), um nach Umstieg auf die U1 und S-Bahn gegen 9 Uhr am Flughafen Wien anzukommen. Leider verpasste ich den Bus knapp und wäre erst halb zehn am Flughafen, was mir dann aber zu knapp erschien, wenn ich noch das Gebäude finden musste, was laut Plan am anderen Ende des Flughafengeländes war wie das Terminal. Da ich aber nicht am Flughafen teuer parken wollte, fuhr ich dann spontan mit dem Auto zur S-Bahn-Haltestelle Schwechat, ließ das Auto beim P+R und fuhr von dort mit der ursprünglich geplanten S-Bahn zum Flughafen, von wo es mit dem Flughafen-Shuttle zur Austrian Airlines Base ging.

Das Assessment-Center

Da es um 10 Uhr losgehen sollte, waren gegen halb zehn fast alle bereits im nicht sonderlich klimatisierten Gebäude da und warteten auf den Anfang des Tages. Die Anzahl der Bewerber lag hier bei etwa 25, der männliche Anteil war mit 5 ein wenig höher als bei der Lufthansa, die Stimmung war allerdings nicht so angenehm. Ich hatte mich ehrlich ein wenig gefühlt wie bei Austria’s next Topmodel und es schien nur eine Frage der Zeit zu sein, bis ein Zickenkrieg losging. Letztendlich standen wir da alle fast eine Dreiviertelstunde schweigend herum, ehe wir in einen kleinen Raum mit Beamer und einigen Tischreihen geführt wurden, ganz ähnlich wie in der Schule damals.

Der Tag begann mit der Vorstellung der vier führenden Personen und Eurowings Europe, der Verbindung zu Eurowings Deutschland und ein wenig der Geschichte des Unternehmens. Kurz darauf ging es auch schon mit dem Englisch-Test los, welcher hier auf Papier durchgeführt wurde und relativ simpel war (Lückentexte, Synonyme und Gegensätze; alles Multiple-Choice). Anschließend wurden die Bewerber auf zwei Gruppen aufgeteilt und es gab eine Art Mini-Interview: Jeder sollte nacheinander nach vorne gehen, sich kurz vorstellen und drei vorher gezogene Fragen beantworten, in meinem Falle waren das unter anderem „Wie würden mich meine Freunde beschreiben?“ und „Was macht sie zum idealen Flugbegleiter?“. Die dritte Frage weiß ich nicht mehr, eine war auf Englisch und musste dementsprechend auf Englisch beantwortet werden. Die Fragen der anderen waren teilweise überschneidend, sonst aber Fragen, die man beim persönlichen Interview auch erwarten konnte und dazu dienten, die Person als solches zu analysieren.

Der bewegliche Flugsimulator kurz vor Start

Daraufhin folgte die Auswertung der Tests und Vorträge, wofür wir aus dem Raum gebeten wurden. In der Zeit kam ich mit einigen Bewerbern tatsächlich ein wenig ins Gespräch, wobei wir die Flugsimulatoren von oben beobachteten und uns über die Verantwortung und Ausbildung der Piloten austauschten. Nach etwa 15 Minuten wurden wir alle wieder in den Raum eingeladen (es war etwa 11:30) und es wurden die Namen von denen vorgelesen, die am zweiten Teil des Assessment-Centers teilnehmen durften, welcher aus einer Gruppenübung und einem persönlichen Interview bestand. Ich gehörte da nicht zu genauso wie etwa 15 andere, insgesamt war der Tag hier für rund Zweidrittel schon gelaufen. Da unter diesen Leuten auch einer war, der schon bei der AirBerlin gearbeitet hat und hierbei auch schon für Eurowings geflogen ist, machte ich mir daraus nicht viel…

Auf dem Rückweg kam ich noch an einem abgestürzten Abfahrten-Bildschirm der Österreichischen Bundesbahn vorbei – wobei sich abgestürzt hier auf die Software-Ebene bezieht:

Hach Windows... :D

St. Pölten

Am Mittwoch Nachmittag ging es dann noch nach St. Pölten, denn nach insgesamt fünf Jahren hatte ich es endlich mal geschafft, Stefan zu treffen 🙂 Wir machten uns dabei auf den Weg ins S’Zimmer, wo der Herr sich einen Kaffee und ein sehr gut aussehendes Eis gönnte, während ich ein wenig auf das Wiedererscheinen des Kochs warten musste, ehe mir das Schweinsbratl mit Serviettenknödel und Speckkraut serviert wurde, was mindestens so gut geschmeckt hat wie es auf dem Foto zu sehen ist 🙂

Lecker Essen :)

Am Donnerstag Morgen bekam ich in dem polnischen Laden dann tatsächlich noch meine Margarine, holte Am Schöpfwerk die Mitfahrer ab und wir machten uns (zur Überraschung einiger) nicht über Passau, auch nicht über Salzburg, sondern über Braunau auf den Weg nach Stuttgart, wobei das Wetter aufgrund von strömendem Regen nicht wirklich zusagte.

Wie bereits erwähnt, habe ich dieses Assessment-Center insbesondere auch aufgrund der allgemeinen Atmosphäre unter den potentiellen zukünftigen Kollegen als solches abgehakt, aber die Sache als solches nicht aufgegeben, denn schon eine Woche später stand das Assessment-Center in München bei SunExpress Deutschland an…

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